Honoraruntergrenze: Informationen und Materialien

Im Hinblick auf die Position, die die Kultur und speziell die freien darstellenden Künste in Deutschland einnehmen, müssen die Vielfalt und das hohe Niveau langfristig gesichert werden. Das bedeutet unter anderem, dass für öffentlich geförderte Projekte freischaffender Künstlerinnen und Künstler eine Honorierung nach sozialen Mindeststandards gewährleistet werden muss. Der Bundesverband Freie Darstellende Künste empfiehlt die Berechnung von Honoraren auf Basis einer Honoraruntergrenze (HUG) für die Planung und Umsetzung von Produktionen und Projekten.

Die HUG soll als Orientierung für Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung dienen, liefert aber auch den Akteur*innen selbst Anhaltspunkte für die Kalkulation eines fairen Honorars. Die vom BFDK empfohlene Mindestsumme stellt eine auf Basis des Tarifvertrags NV Bühne (Einstiegsgagen) und des Mindestlohns errechnete Untergrenze dar, die die besonderen Anforderungen von Freiberuflichkeit berücksichtigt. 

Die Honoraruntergrenze ist keine Richtmarke für öffentliche Förderung, sondern die unterste Grenze der Honorierung, um einen der Qualifikation der Antragsteller*innen entsprechenden Mindeststandard zu garantieren. Honorare in öffentlich geförderten Projekten sollten die Honoraruntergrenzen daher niemals unterschreiten, höhere Honorarvereinbarungen sind selbstverständlich möglich und erwünscht. Die Honoraruntergrenzen-Empfehlung bietet sowohl für die fördernden Institutionen in den Bundesländern und Kommunen als auch für die Akteur*innen selbst eine wichtige Bemessungsgrundlage fairer Honorare.

Eine Verringerung der Anzahl der öffentlich geförderten Projekte ist im Zuge der Umsetzung der Honoraruntergrenze unter allen Umständen zu verhindern. Bereits jetzt kann in der Regel lediglich ein Mindestmaß an förderungswürdigen Anträgen berücksichtigt werden. Ohne eine Erhöhung der jeweiligen Mittel droht eine eklatante Verringerung der Anzahl der geförderten Projekte und damit unwiderruflicher Schaden für die Landschaft der freien Darstellenden Künste in Deutschland.

Um die Honoraruntergrenze in den öffentlich geförderten Produktionen, Spielstätten und freien Gruppen vollumfänglich umsetzen zu können und soziale Mindeststandards für selbstständige Tanz- und Theaterschaffende zu sichern, ist die Politik daher gefordert, ausreichende Mittel in den entsprechenden Förderinstrumenten zur Verfügung zu stellen.

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