Der Bundesverband Freie Darstellende Künste (BFDK) fordert im Bundeshaushalt 2027 die Finanzierung des Bundesprogramms KUNSTLAND und die Verstetigung seiner Geschäftsstellenförderung auf 506.000 Euro jährlich. Denn Freie Kunst braucht arbeitsfähige Strukturen.
Die Strukturen der Freien Darstellenden Künste brauchen gezielte Investitionen in bestehende bundesweite Netzwerke und regionale Strukturen, damit sie jetzt gesichert werden, bevor gewachsene Kooperationen und über Jahre aufgebautes Wissen verloren gehen. Gemeinsam mit bundesweiten Akteur*innen hat der BFDK dafür das Programm „Kunstland“ entwickelt: Es stärkt künstlerische Entwicklung und kulturelle Teilhabe auch dort, wo die Rahmenbedingungen besonders schwierig sind.
„Kunstland“ stärkt zehn bundesländerübergreifende Netzwerke in zehn Fokusregionen, insbesondere in strukturschwachen Regionen, den östlichen Bundesländern und ländlichen Räumen. Die Netzwerke verbinden Akteur*innen, ermöglichen künstlerische Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg und eröffnen Zugänge zu Kunst und Kultur. So stärkt das Programm regionale Strukturen und gesellschaftliche Teilhabe durch kulturelle Bildung.
Für das fünfjährige Programm fordert der BFDK rund 20 Millionen Euro. Davon fließen 79 Prozent der Mittel direkt in die Arbeit der Netzwerke, in künstlerische Entwicklung, Wissenstransfer und Vermittlung. Der BFDK übernimmt die Koordination, sichert Qualifizierung und Wissensspeicherung und gewährleistet die bundesweite Kommunikation.
Eine bundesländerübergreifende Zusammenarbeit braucht außerdem eine starke Interessenvertretung, die ihre Interessen bündelt und in politische Prozesse einbringt.
Der BFDK übt diese Aufgaben seit über 35 Jahren aus: Er vertritt rund 27.000 Akteur*innen in ganz Deutschland und schafft eine bundesweite Infrastruktur, die Perspektiven aus Praxis und Ländern zusammenführt, Entwicklungen sichtbar macht und belastbare Grundlagen für kulturpolitische Entscheidungen schafft.
Die Förderung der Geschäftsstelle des BFDK sichert diese Infrastruktur. Durch sie werden Austausch und länderübergreifende Entwicklung sowie ein starker Zusammenhalt der Sparten sichergestellt.
Der BFDK schafft Wissen, übersetzt Praxiserfahrungen in kulturpolitische Impulse und ermöglicht Austausch und Qualifizierung. Er stärkt Landesverbände und regionale Strukturen und verbindet Akteur*innen bundesweit. Er übernimmt damit eine Funktion, die über die Förderung einzelner Vorhaben hinausgeht. Im Fokus stehen zentrale Zukunftsthemen wie faire Arbeitsbedingungen, resiliente Förderstrukturen, Diversität und Chancengerechtigkeit sowie kulturelle Bildung.
Der im Haushalt aktuell angesetzte Betrag von 156.000 Euro für die Geschäftsstellenförderung schwächt zentrale Handlungsfelder des BFDK und damit seine bundesweite Funktion als Interessenvertretung, Wissensvermittler und Strukturentwickler für die Freien Darstellenden Künste.
Der BFDK fordert daher, die diesjährige Fördersumme von 506.000 Euro für die Geschäftsstelle auch in den kommenden Jahren bereitzustellen und dauerhaft zu sichern.
„Gerade mit Blick auf eine unsichere Zukunft brauchen die Freien Darstellenden Künste starke, verlässliche Strukturen. Der BFDK bringt die Erfahrungen und Anliegen der Szene in den kulturpolitischen Dialog ein und entwickelt gemeinsam mit den Landesverbänden Perspektiven für das gesamte Feld. Damit wir diese Arbeit fortsetzen können, braucht es eine verlässliche Förderung unserer Geschäftsstelle.“
Cilgia Gadola, Co-Geschäftsführer des BFDK