Großer Andrang beim BUNDESFORUM 2017

Am 6. November 2017 versammelten sich rund 200 Akteur*innen der freien darstellenden Künste sowie Vertreter*innen aus Politik und von Förderinstitutionen im Podewil Berlin, um im Rahmen des BUNDESFORUM 2017 – gemeinsam veranstaltet vom Bundesverband Freie Darstellende Künste e.V. und dem Fonds Darstellende Künste e.V. - aktuelle Potentiale und Herausforderungen der gegenwärtigen Förderstruktur zu diskutieren.

Mit dem Fokus auf Fördermöglichkeiten durch den Bund im Wechselspiel mit Kommunen und Ländern machte zum Auftakt Dr. Winands, Stellvertreter von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, deutlich, dass es konkreter konzeptionellen Überlegungen bedarf, um zukünftig den Bund stärker als Partner der national wie international wirkenden freien darstellenden Künste zu gewinnen.

Der Intendant der Berliner Festspiele, Dr. Thomas Oberender, forderte im Rahmen von zehn Punkten eine verstärkte Förderung für die kooperativ produzierenden darstellenden Künste, die als künstlerische wie institutionelle Institutionen neuen Typs in wesentlichen Teilen die deutsche Theaterlandschaft prägten. Daran schloss sich die Forderung von Professorin Dr. Annemarie Matzke (u. a. Performerin beim Künstlerinnenkollektiv She She Pop) nach einer langjährigen und nachhaltigen Perspektive für künstlerische Ensembles der Freien Darstellenden Künste an.

Die anschließenden Arbeitsrunden machten einerseits deutlich, dass es dringender Anpassungen bedarf, um die zweite Säule der deutschsprachigen Theater- und Tanzlandschaft adäquat zu unterstützen. Andererseits zeigte sich einmal mehr die große Innovationskraft, mit der Akteur*innen auf die Leerstellen der bestehenden Struktur reagieren. Zudem wurden eine Harmonisierung der Förderrichtlinien und -abwicklungsprozesse zwischen Kommunen, Ländern und Bund, die nachhaltige, langjährige Förderung von länderübergreifenden Netzwerken sowie eine Stärkung der Interessenvertretungen und der Bundesfördereinrichtungen gefordert.

Janina Benduski, Vorstandsvorsitzende Bundesverband Freie Darstellende Künste, und Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Vorstandsvorsitzender Fonds Darstellende Künste, betonten zum Abschluss die Notwendigkeit einer grundlegenden Aufstockung der Finanzmittel für die Freien Darstellenden Künste auf Bundesebene und forderten eine inhaltliche Ausdifferenzierung der aktuellen Förderstrukturen, um die Diskrepanz zwischen Praxis und Fördersystematik zu überwinden.

Das BUNDESFORUM 2017 hat gezeigt, wie bedeutend der kontinuierliche Austausch zwischen Praxis, Politik und Förderinstitutionen ist und lieferte allen Beteiligten wichtige Erkenntnisse und Anhaltspunkte, die als erster dynamischer Aufschlag für eine weitere, vertiefende Debatte gewertet werden können. Zu Beginn des Jahres 2018 ist eine auswertende und weiterführende Publikation des Forums geplant – als Grundlage für den weiteren Dialog der Akteur*innen der freien darstellenden Künste mit der deutschen Förderlandschaft, dem Deutschen Städtetag, der Kulturministerkonferenz und den kulturpolitischen Kräften der neuen Bundesregierung.

Das BUNDESFORUM 2017 war der erste gemeinsame Schritt des Bündnisses für die freien darstellenden Künste.

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