Förderprogramm VERBINDUNGEN FÖRDERN zur Stärkung überregionaler Zusammenarbeit angelaufen

Das neue Förderprogramm »Verbindungen fördern« des BFDK unterstützt in der Pilotphase ab 2021 zunächst vier große bundesweit agierende, überregionale Zusammenschlüsse: Festivalfriends — Ein Verbund regionaler Festivals der freien darstellenden Künste, flausen+, FreischwimmeN und Netzwerk Freier Theater. Eine Ausschreibung zur Förderung weiterer Netzwerke wird in Kürze veröffentlicht.

Das Förderprogramm »Verbindungen fördern« des BFDK mit einem Gesamtvolumen von knapp 16 Millionen Euro und einer Laufzeit von zunächst fünf Jahren, stärkt die überregionale und internationale Kooperationsfähigkeit in den freien darstellenden Künsten. In einer Pilotphase ab 2021 werden zunächst die vier überregionalen Netzwerke und Bündnisse Festivalfriends — Ein Verbund regionaler Festivals der freien darstellenden Künste, flausen+, FreischwimmeN und Netzwerk Freier Theater mit jeweils 500.000 Euro pro Spielzeit über 3 Jahre gefördert. Damit werden mehr als 55 Produktionsorte, Spielstätten und Festivals sowie die ihnen verbundenen Künstler*innen durch eine Bundesförderung erreicht.

Die vier Zusammenschlüsse setzen durch überregionale Kooperationsvorhaben bundesweite Impulse. Regional entstandene Ansätze werden auf Bundesebene genutzt, Wissen für Künstler*innen zur Verfügung gestellt und lokale Strukturen gestärkt.

»Die Arbeitspraxis in der Freien Szene überschreitet schon lange regionale Grenzen. Bislang gab es allerdings kaum Möglichkeiten, diese Arbeitspraxis zu finanzieren. Mit »Verbindungen fördern« reagieren wir auf eine dringliche Leerstelle — in einer Zeit, in der überregionale Verbindungen und offener Austausch durch Kontaktbeschränkungen besonders eingeschränkt sind», so Janina Benduski, Vorsitzende des Bundesverbands Freie Darstellende Künste.

Als Gutachter*innen für die Antragsprüfung und –evaluierung der Pilotphase konnten Dr. Bettina Sluzalek (Vizepräsidentin Internationales Theaterinstitut), Dr. Christian Esch (Direktor des NRW KULTURsekretariats) und Katharina Wolfrum (Theaterbüro München, zukünftig Kulturreferat München) gewonnen werden. 

Die Gutachter*innen würdigten die vier Zusammenschlüsse und deren Konzepte:

»Der Auftakt von ›Verbindungen fördern‹ lässt erkennen, dass es sich um eine insgesamt sehr sinnvolle Maßnahme für die freie Theaterszene handelt. Es lohnt sich, vernetzend auch mit Residenzen und Stipendien zu arbeiten und darüber hinaus den künstlerischen und synergieträchtigen Faktor Koproduktion zu verstärken.« (Dr. Christian Esch)

»Die Zusammenschlüsse können zum Teil auf sehr lange und weitreichende Erfahrungen zurückblicken. Positiv zu bewerten ist, dass die Entwicklung nicht stagniert, sondern in vielfältiger Weise konstruktiv weiterentwickelt und ausgestaltet wird.« (Dr. Bettina Sluzalek)

»Die vier Netzwerke rücken die überregionale Arbeit, welche seit vielen Jahren praktiziert und häufig ehrenamtlich vorangetrieben wird, in den Fokus und zeigen, welche Möglichkeiten sie für Häuser wie auch Einzelkünstler*innen in den freien darstellenden Künsten bieten. Gerade in Zeiten wie diesen, gilt es, die geknüpften Verbindungen zu fördern, durch die Gewinnung weiterer Bündnispartner zu stärken und auf diese Weise kontinuierliches lokales wie auch überregionales künstlerisches Arbeiten zu ermöglichen.« (Katharina Wolfrum)

Die überregionale Arbeitspraxis in den freien darstellenden Künsten erhält mit der nun beginnenden Pilot-Phase des Förderprogramms »Verbindungen fördern« erstmals die dringend notwendige finanzielle Unterstützung. Diese ist vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Auswirkungen der Pandemie umso wichtiger geworden und trägt auch dazu bei, die strukturellen Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern, aber auch zwischen Ballungszentren und den sogenannten ländlichen Räumen zu überwinden.

»Verbindungen fördern« wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien dank eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Neben der Förderung der Bündnisarbeit, wird »Verbindungen fördern« auch den Wissenstransfer zwischen den Zusammenschlüssen anregen, begleitende Fachtagungen und Workshops und darüber hinaus die Rückkoppelung sowohl an die lokale als auch die Bundesebene gewährleisten. Weitere Zusammenschlüsse können im Laufe der nächsten Monate im Rahmen einer offenen Ausschreibung eine zweijährige Förderung beantragen.

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