Freie Darstellende Künste

Deutschland ist ein Land der Kunst und der Kultur. Ein maßgeblicher Teil der Kunst- und Kulturproduktion in Deutschland wird von privatrechtlich organisierten Kunst- und Kulturschaffenden erbracht. Die Freie Szene hält die Kultur lebendig und facettenreich und ist Motor für Innovationen. Inhaltlich-künstlerisch haben die freien Künste einen bestimmenden und stilprägenden Einfluss auf die ästhetischen Diskurse und die Entwicklung der einzelnen Kunstsparten. Indem sie ungewohnte Perspektiven eröffnen, gesellschaftspolitische Themen aufgreifen und Sicht- und Arbeitsweisen hinterfragen, haben die sie einen substantiellen Anteil an der zivilgesellschaftlichen Entwicklung. Bei vielen Akteur*innen der freien Künste verbinden sich darüber hinaus künstlerisch-ästhetische Ansätze mit einer Vielzahl von sozialen, integrativen und interkulturellen Projekten.

 Der BFDK ist Mitinitiator und Mitglied der Allianz der Freien Künste, die zu acht Themenschwerpunkten Kernforderungen formuliert hat.

Die Freien Darstellenden Künste in Deutschland haben sich, verstärkt seit den 1980er Jahren, zu einer international etablierten und gesellschaftsrelevanten Impulskraft für das (globale) Theater entwickelt. Keine Initiative in der bundesdeutschen Kulturlandschaft hat sich so kontinuierlich, spartenübergreifend, ästhetisch vielschichtig und gesellschaftlich engagiert ein Netz aus Allianzen und Kooperationen geschaffen, wie die freien darstellenden Künste und ihre heterogene Vertreter*innenschaft – die sowohl auf künstlerischer wie institutioneller Ebene agiert.

Kunst, die sich als Impuls für gesellschaftliche Entwicklung begreift und an die Gemeinschaft appellieren kann, braucht Autonomie. Freiräume ermöglichen den kritischen Reflexionsraum sowohl für die Befragung und Weiterentwicklung der eigenen Praxis als auch zur Verortung im gesamtgesellschaftlichen Gefüge.

Die gegenwärtige Landschaft der darstellenden Künste in Deutschland wird in ihrer ästhetischen und räumlichen Ausformung immer vielfältiger. Gut ein Viertel der in diesem Bereich professionell arbeitenden Künstler*innen gehört den frei produzierenden darstellenden Künsten an. Eine Entwicklung, die hinsichtlich ihres Potentials für eine offene Gesellschaft und mit Blick auf die wachsenden Herausforderungen an ein Theater von morgen weiter an Bedeutung gewinnt. Die frei produzierenden darstellenden Künste bringen neue Narrative hervor, die von der Komplexität des Zusammenlebens erzählen und auf ein vielschichtiges Publikum hin orientiert sind.

Die freien darstellenden Künste entwickeln stetig neue Formate und Denkrichtungen und schaffen wichtige Verbindungslinien zwischen Kunst und Gesellschaft. Themenstellungen wie Inklusion, Kulturelle Bildung, Integration und soziale Teilhabe sind längst wesentliche Fragestellungen der theatralen Situation geworden. Künstlerische Formate wie Versammlungen und temporäre Gemeinschaften erproben und reflektieren demokratisches Verständnis und Handeln. Dabei haben sich die Möglichkeitsräume der Sichtbarmachung deutlich ausgeweitet und eine enorme Vielfalt der Darstellenden Künste hervorgebracht – weit über das topographische Verständnis von „Bühne“ hinaus. Mit der Einbeziehung des öffentlichen sowie digitalen Raums als Orte der Partizipation und neuer ästhetischer Strategien wurden die Grenzen der Aufmerksamkeit für das Theater aufgebrochen und ein Dialog zwischen Zuschauer*innen und Akteur*innen aus verschiedenen kulturellen und sozialen Räumen initiiert.         

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