PEX Modul 1 - Fachtreffen »Von Begegnung, Vermittlung und kultureller Teilhabe. Vermittlungskunst in den freien darstellenden Künsten«

Zum Auftakt des neuen Programms »Performing Exchange« des BFDK, fand vom 12.-15. November 2019 ein Fachtreffen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel statt. Es richtete sich an professionelle Akteur*innen der freien darstellenden Künste, die künstlerische Prozesse für ein diverses Publikum offenlegen, vermittelnde Formate entwickeln und damit Zugänge erleichtern. Eine Zusammenfassung des Fachtreffens liegt vor.

Aufbauend auf die Expertise der Anwesenden und die Ergebnisse einer vom Performing Arts Programm des LAFT Berlin veröffentlichten Studie zu Vermittlungsformaten, bildeten Vorträge, Workshops und Austauschformate die Basis eines intensiven Austausch- und Qualifizierungsangebots. Dabei sollte gemeinsam ein Überblick über Praktiken und Diskurse der Kunstvermittlung erarbeitet werden. Es wurden Einblicke in aktuelle Impulse aus der Vermittlungspraxis gegeben und Raum für Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer und Vernetzung unter Akteur*innen aus der freien Vermittlungsarbeit eröffnet.

Wie sieht der Status Quo der Vermittlungspraxis in den freien darstellenden Künsten aus? Welche spezifischen Arbeitsweisen, -formen, -prinzipien, Methoden und Konzepte entwickeln die Akteur*innen? Was sind die Ziele und Intentionen der Akteur*innen? Wie sehen die Settings, Rahmenbedingungen, Herausforderungen und (Handlungs)Möglichkeiten für Vermittlungspraxis in den freien darstellenden Künsten, insbesondere in ländlichen Räumen aus? Lassen sich gemeinsame Methoden erfassen, Prinzipien der Arbeitsweisen aufspüren und festhalten, und damit Standards für Vermittlungspraxis in den freien darstellenden Künsten ableiten?

Programm

Die Fachtagung beleuchtete zunächst grundsätzliche Themenfelder innerhalb der Vermittlung: Zu Beginn stand die Reflexion der Rolle der Vermittelnden auch im Hinblick auf Hierarchien und Verantwortung. Die Zugänglichkeit bzw. der Ein- oder Ausschluss bestimmter Bevölkerungsgruppen wurde als weiteres Grundsatzthema mittels Input und Diskussion behandelt.

Außerdem wurden Bedingungen von Vermittlung in ländlichen Räumen unter die Lupe genommen: Welche Vorteile und Schwierigkeiten bringt die Arbeit außerhalb der Städte, wie werden Partner vor Ort erfolgreich kontaktiert (z.B. Sportvereine, Kirchengemeinden, Ortsvorsteher) und wie erreicht man das Publikum?

An teilnehmende Künstler*innen richtete sich ein Workshop zur Wechselwirkung von künstlerischer Arbeit und Vermittlung, eine weitere Arbeitsgruppe fragte nach der Notwendigkeit von spezifischen Qualifikationen für die Vermittlungsarbeit.

Darüber hinaus wurden Vermittlungsformate, Best Practice Beispiele und die ersten veröffentlichten Beispielsammlungen vorgestellt.

U. a. mit Nadja Dias, Anke Kautz, Swetlana Gorich, Marie Henrion, Andrea Gern sowie Amelie Mallmann.

In Kooperation mit der Bundesakademie Wolfenbüttel, gender_diversity Fachverband für gender_diversity-kompetente Bildung und Beratung und EUCREA Verband Kunst und Behinderung.


Das neue Programm Performing Exchange (PEX) des BFDK - in Kooperation mit EUCREA und gender_diversity - ist ein mehrjähriges Modellprojekt zur Sichtbarmachung der Expertise sowie zur Erfassung von Prinzipien und Methoden freier Vermittlungsarbeit, zum Austausch und Wissenstransfer zwischen Vermittler*innen/Kulturakteur*innen in urbanen und ländlichen Räumen, zur Weiterentwicklung und Förderung von Kunstvermittlung, und zur Etablierung/Ableitung von Empfehlungen für kunstvermittelnde Praktiken in den freien darstellenden Künsten.

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