TogetherText – Prozessual erzeugte Texte im Gegenwartstheater

In den letzten Jahrzehnten sind neuartige Formen der Textproduktion für Theater und Performance entstanden. Immer häufiger liegen die Texte, die im szenischen Raum zu hören oder zu lesen sind, nicht zu Beginn der Proben vor, sondern werden von den Beteiligten gemeinsam entwickelt oder sogar erst während der Aufführung zusammen mit dem Publikum generiert. Im Januar 2019 kommen Performancekünstler*innen, Dramaturg*innen, Literaturwissenschaftler*innen, Theaterwissenschaftler*innen und Studierende in Hamburg auf Kampnagel zusammen, um diese aktuellen Ansätze und Resultate von Textproduktion in Theorie und Praxis der szenischen Künste zu erkunden und zu diskutieren. 

Im Mittelpunkt stehen aktuelle Verfahren der gemeinsamen Texterzeugung: in kollektiven Probenprozessen oder in fiktiv sozialen Räumen unter Beteiligung des Publikums, in Stückentwicklungen aus Rechercheprojekten oder in vielstimmigen Erzählformen durch exophone und (post-)migrantische Positionen und Schreibweisen.

Diese neuen Formen werfen Fragen auf: Entstehen aus ihnen heraus neue oder andersgewichtige Dramaturgien? In welchem Verhältnis stehen die Beteiligten innerhalb des Teams zueinander, in welchem zum Publikum in welchem zum Bühnenraum? Welche Folgen haben kollektive ästhetische Prozesse für das Theater als Institution? Welche Rolle spielen Erzählpositionen an den Rändern der Gesellschaft für die oft vielstimmigen Dramaturgien in ihrem Zentrum? Schließlich: Welche Probleme der Autor*innenschaft und Dokumentation ergeben sich für die Analyse?

Mit Lecture Performances, Vorträgen, Roundtable-Diskussionen und künstlerischen Impulsen von Monika Gintersdorfer, Anja Kerschkewicz, Annemarie Matzke, Antje Pfundtner in Gesellschaft, Signa & Arthur Köstler, Frauen und Fiktion, Miriam Dreysse, Kai van Eikels, Jörn Etzold, Anna Häusler, Nadine Jessen, Sybille Meier, Nikolaus Müller-Schöll, Karin Nissen Rizvani, Katharina Pewny, Julia Prager, Tanja Prokic, Azadeh Sharifi, Nina Tecklenburg, Stefan Tigges, Katrin Trüstedt, Christina Zintl sowie den Studierenden der Performance Studies der Universität Hamburg.

Der Eintritt ist frei.

Eine Kooperation von: Professur für Neuere deutsche Literatur/Theaterforschung der Universität Hamburg, Internationales Zentrum für schönere Künste Kampnagel, Theaterakademie Hamburg, MA Performance Studies der Universität Hamburg

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