Kulturstaatsministerin Grütters hat eine vom BFDK empfohlene Inszenierung für den BKM-Preis Kulturelle Bildung 2017 nominiert

Am Gründonnerstag hat die Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Nominierten für den BKM-Preis Kulturelle Bildung 2017 öffentlich bekannt gegeben. Der Bundesverband hatte insgesamt drei Projekte empfohlen: »Werden« von xweiss – theater.formen (Niedersachsen) und »Fratz – Theaterarbeit mit Klein­kindern, Eltern und ErzieherInnen und internationalen KünstlerInnen« (Berlin). Das Projekt »Die Vögel II, Stimmen der Stadt – Theaterspaziergang im Berg­zoo Halle« (Sachsen-Anhalt) hat es in die Endauswahl geschafft und gehört zu den zehn von der Staatsministerin nominierten Produktionen.

Dies sind im Einzelnen:

  • »All Included! – Museum und Schule gemeinsam für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt« (Jugend Museum, Berlin)
  • »Das Wunderkammerschiff« (Stiftung Olbricht & Stiftung Helga Breuninger, di­verse Orte in Brandenburg)
  • »Die Sieben Künste von Pritzwalk (BKV Brandenburgischer Kunstverein e. V., Pritzwalk, Brandenburg)
  • »Die Spiegelbarrikade« (Schauspiel Dortmund, Dortmund, Nord­rhein-Westfalen)
  • »Die Vögel II, Stimmen der Stadt – Theaterspaziergang im Bergzoo Halle« (Theaterverein Wolter & Kollegen e. V., Halle [Saale], Sachsen-Anhalt)
  • »Eine Opernreise. Auf den Spuren der Gastarbeiterroute« (Komische Oper Berlin, europaweit)
  • »Kinder im Exil (Akademie der Künste, bundesweit)
  • »on.tour – Das Jüdische Museum macht Schule« (Stiftung Jüdisches Museum Berlin, bundesweit)
  • »Teentalitarismus (Kultur Ruhr GmbH, diverse Orte in Nordrhein-Westfalen)
  • »VISION – ein partizipatives Konzertprojekt mit Schüler/innen der Katharinenschule« (PODIUM Esslingen, Esslingen am Neckar, Baden-Württemberg)

Seit 2013 ist bereits die Nominierung eines Projektes mit einem Anerkennungspreis in Höhe von 5.000 Euro verbunden. Die drei Preisträger*innen erhalten jeweils 20.000 Euro. Die Preisverleihung findet am 20. Juni 2017 in der Stiftung Genshagen statt.

Der seit 2009 vergebene BKM-Preis »Kulturelle Bildung« ist ein wichtiges Instrument, mit dem bundesweit herausragende Projekte im Bereich der kulturellen Bildung ausgezeichnet werden. Der Preis wird in einem zweistufigen Verfahren vergeben, bei dem mehr als 50 Vorschlagsberechtigte – darunter Stiftungen, Dachverbände und gemeinnützige Vereine – jeweils bis zu drei geeignete Projekte bei der BKM vorschlagen können. Anschließend werden die Vorschläge von einer unabhängigen Fachjury bewertet, die der Kulturstaatsministerin die überzeugendsten Projekte zur Auszeichnung empfiehlt. Der Bundesverband Freie Darstellende Künste war einer Vorschlagsberechtigten.

Staatsministerin Monika Grütters betonte im Zusammenhang mit der Bekanntgabe der Nominierten: »Wir müssen mit unseren kulturellen Angeboten die Menschen da abholen, wo sie sind – genau diesem Ziel widmen sich die cleveren Ideen zur Kulturvermittlung, die für den BKM-Preis Kulturelle Bildung ausgewählt wurden. ... Bemerkenswert finde ich in diesem Jahr, dass kulturelle und politische Bildung aus Sicht vieler Künstler und Kreativer Hand in Hand gehen. Sie kämpfen für die Werte unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft mit der Sprache der Poesie.«

Das vom Bundesverband Freie Darstellende Künste neben zwei weiteren Vorhaben vorgeschlagene Projekt »Die Vögel II, Stimmen der Stadt – Theaterspaziergang im Bergzoo Halle« vom Theaterverein Wolter & Kollegen e. V. nimmt Bezug auf Motive der Komödie »Die Vögel« von Aristophanes. Die Produktion entstand in der engen Zusammenarbeit von Amateur-, semiprofessionellen und professionellen Gruppen mit professionellen Künstler*innen. Ein wichtiger Aspekt der Arbeit war die generationsübergreifende Zusammenstellung der teilnehmenden Gruppen. Über 1.500 Zuschauer erlebten die tänzerischen, performativen oder musikalischen Darbietungen an 30 Spielorten. Insgesamt waren mehr 300 Akteur*innen an der Inszenierung beteiligt.

»Dass die Produktion ‚Die Vögel II’ aus Sachsen-Anhalt zu den nominierten Produktionen gehört, freut uns außerordentlich. Kulturelle Bildung ist seit Jahren ein wichtiges Arbeitsfeld der freien darstellenden Künste. Dem großen künstlerischen Engagement, aber auch dem produktionsmäßigen Raffinement einzelner Akteur*innen ist es zu danken, dass solche großen Projekte – trotz oft geringer Förderung – zur Exzellenz geführt werden können. Die nominierte Produktion aus Sachsen-Anhalt ist durch die Projektpartnerschaft mit dem Bergzoo in Halle zu Stande gekommen, die Stadt Halle (Saale) war mit einer Förderung von 1.500 Euro beteiligt. Die Nominierung ist eine tolle Würdigung des Engagements der Beteiligten. Das Einzelbeispiel steht letztlich für eine starke Freie Szene und ihren wichtigen Beitrag zur künstlerischen Bildung«, so Stephan Behrmann, Geschäftsführer des Bundesverban­des Freie Darstellende Künste.

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