BFDK fordert: Keine Kulturkürzungen in Marburg

Anlässlich der im Haushaltsentwurf der Stadt Marburg für das Jahr 2017 von SPD und CDU eingeplanten Kürzungen des Kulturetats um 12 Prozent, fordert der Bundesverband Freie Darstellende Künste den Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und die Stadtregierung auf, die angekündigten Kürzungen im Kulturhaushalt zu überdenken und die existierende Kultur- und Kunstlandschaft nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Der Bundesverband Freie Darstellende Künste (BFDK) setzt sich bundesweit dafür ein, dass die kulturpolitischen Rahmenbedingungen der elementaren Bedeutung entsprechen, die die Arbeit der Freien Szene für eine demokratische und pluralistische Gesellschaft hat. Professionelles Arbeiten braucht Mindeststandards, die durch die aktuellen Kürzungsvorschläge in eklatanter Weise in Frage gestellt werden.
Viele Bundesländer und Kommunen haben in der Vergangenheit die Innovationskraft der freien darstellenden Künste und das großen Engagement der freischaffenden Künstler*innen gewürdigt und strukturelle sowie finanzielle Anpassungen in den entsprechenden Etats vorgenommen. Es ist sehr bedauerlich, dass die zuständigen Politiker*innen in Marburg dieser Entwicklung keine Rechnung tragen und die Akteur*innen vor Ort, die seit Jahren nachhaltig für ihre Kommune wirken, dermaßen vor den Kopf stoßen.
Bereits in der Enquette-Kommission ,Kultur in Deutschland‘ von 2007 heißt es: »Kultur ist kein Ornament. Sie ist das Fundament, auf dem unsere Gesellschaft steht und auf das sie baut. Es ist Aufgabe der Politik, dieses zu sichern und zu stärken.«
In diesem Sinne hoffen wir, dass die zuständigen Politiker*innen ihre Entscheidung überdenken und verweisen auf die Presseerklärung des Landesverbands Professionelle Freie Darstellende Künste Hessen e. V. vom 3. März 2017!

Verwandte Inhalte

Neue UNESCO-Studie: Culture And Working Conditions For Artists
Eine neue UNESCO-Studie widmet sich der sozialen Lage von Kunst- und Kulturschaffenden. Im Zentrum stehen die sozialen und ökonomischen Herausforderungen, mit denen Künstler*innen tag täglich konfrontiert sind. Es wird untersucht, wie Länder auf der...

Mehr

Erste Lesung über den Gesetzentwurf zur Einführung der Grundrente
Der Bundestag hat am 15. Mai 2020 in erster Lesung über den Entwurf zur Einführung der Grundrente für langjährige Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung mit unterdurchschnittlichem Einkommen und für weitere Maßnahmen zur Erhöhung der...

Mehr

Grundrente: Kulturrat fordert Änderung des Berechnungsfaktors
Der Deutsche Kulturrat begrüßt in seiner heutigen Resolution Grundrente zeitnah verabschieden – Berechnungsfaktor ändern, dass der Gesetzesentwurf zur Grundrente nun eingereicht wurde und 15.05.2020 die erste Lesung im Deutschen Bundestag angesetzt...

Mehr

Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK): Kreative zu arm für die Grundrente!
»Lebensleistung verdient Respekt.« Stimmt. Das gilt für alle. Auch für Kreative.  Die nun bekannt gewordenen Bedingungen für den Bezug von Grundrente werden jedoch viele Kreative ausschließen: Zusätzlich zu den mindestens 33 Jahren Beitragszeiten...

Mehr

Aktualisierung der Honoraruntergrenzen-Empfehlung
Der Bundesverband Freie Darstellende Künste (BFDK) hat im Oktober 2015 seine Empfehlung zu einer Honoraruntergrenze (HUG) für freiberufliche Tanz- und Theaterschaffende ausgesprochen. Diese wurde erstmals im März 2017 und erneut im Juni...

Mehr

Social-Share-Buttons