Bundesverband Freie Darstellende Künste beendet Kongress in Hamburg

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Der dreitägige 2. Bundeskongress des Bundesverbandes Freie Darstellende Künste e.V. (zuvor Bundesverband Freier Theater e.V.) ist am heutigen Samstag in Hamburg zu Ende gegangen. Die Veranstaltung fand anlässlich des 25jährigen Gründungsjubiläums des Bundesverbandes Freie Darstellende Künste im freien Kulturzentrum Kampnagel statt.

Der dreitägige 2. Bundeskongress des Bundesverbandes Freie Darstellende Künste e.V. (zuvor Bundesverband Freier Theater e.V.) ist am heutigen Samstag in Hamburg zu Ende gegangen. Die Veranstaltung fand anlässlich des 25jährigen Gründungsjubiläums des Bundesverbandes Freie Darstellende Künste im freien Kulturzentrum Kampnagel statt.

Unter dem Motto »vielfalt gestalten. frei und fair arbeiten« diskutierten über 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem aktiven künstlerischen Bereich, den Kulturverwaltungen von Ländern und Kommunen sowie der Kulturpolitik vor dem Hintergrund einer sich rasant verändernden Theaterlandschaft die wachsende Rolle der professionellen freien Tanz- und Theaterschaffenden sowie die Arbeitsbedingungen in der freien Kulturproduktion.
Prof. Barbara Kisseler, Hamburger Kultursenatorin und Präsidentin des Deutschen Bühnenvereins, zeigte sich erfreut, dass dieser für die zukünftigen Theaterstrukturen derart wichtige Kongress in Hamburg stattgefunden habe. Weiter sagte Kisseler: »Der Verband sorgt seit seiner Gründung verlässlich dafür, Sensibilität für das Potential von Bühnenkunst in Gesellschaft und Politik herzustellen und weist auf die mitunter schwierigen Bedingungen in der Freien Theaterszene hin.«
Die nach Aufnahme der Bremer Vertretung nunmehr 16 Landesverbände des Bundesverbandes einigten sich erstmals und einstimmig darauf, eine Honoraruntergrenze für alle Arbeitsphasen der Produktion zu empfehlen. In einer Erklärung heißt es: »Im Hinblick auf die Position, welche die Kultur und speziell die freien Darstellenden Künste in Deutschland einnehmen, müssen die Vielfalt und das hohe Niveau langfristig gesichert werden. Das bedeutet unter anderem, dass für öffentlich geförderte Projekte freischaffender Künstlerinnen und Künstler eine Honorierung nach sozialen Mindeststandards gewährleistet werden muss.«
Auch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, würdigte in ihrem Grußwort die Bedeutung der freien Szene. Sie fülle nicht nur Leerstellen im Kulturangebot aus, sondern schaffe Neues und wirke in die etablierte Theater- und die weitere Kulturlandschaft zurück. »Dabei benötigen und verdienen die Ensembles und Spielstätten der freien Darstellenden Künste weiterhin öffentliche Unterstützung«, so Grütters.
Eine solche Unterstützung bedarf einer zwischen allen Akteuren gut abgestimmten Förderstruktur. Dazu hat der Bundesverband den Dialog mit Ländern und Kommunen aufgenommen und auf seinem Kongress erste Ergebnisse einer strukturierten, wissenschaftlichen Untersuchung der Förderinstrumente vorgestellt. Allein die außerordentlich hohe Resonanz der Verwaltungen beider Ebenen beweise, dass die freien Darstellenden Künste ein zentraler Gegenstand kulturpolitischen Handelns seien. Angesichts einer zunehmend überregional agierenden Szene und der Notwendigkeit, kulturpolitische Ziele konzeptionell mit Instrumenten zu untersetzen, hieß es aus Teilnehmerkreisen des Bundeskongresses, müsse der Dialog zwischen den Förderakteuren und der freien Szene über eine strukturierte Förderpolitik dringend intensiviert werden.
Teil des Kongresses war auch der Fachtag des Programms »tanz und theater machen stark« (Förderschema des Bundesverbandes im Rahmen des Förderprogramms »Kultur macht stark« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung), bei dem über Qualitätsrahmen für Projekte der kulturellen Bildung im professionellen Freien Theater diskutiert wurde. Gerade dort, wo künstlerische Herangehensweisen im Auftrag einer pädagogischen Zielstellung gefordert seien, müsse es Arbeits- und Qualitätsstandards geben.
Direkt vor dem Kongress hatte im Hamburger Sprechwerk die ordentliche Delegiertenversammlung des Bundesverbandes getagt. Zur neuen Vorsitzenden wurde Janina Benduski, Dramaturgin und Produktionsleiterin aus Berlin, gewählt. Sie löst Alexander Opitz ab, der nach neun Jahren nicht mehr für das Amt kandidierte. Neue stellvertretende Vorsitzende sind Anne-Cathrin Lessel (Dramaturgin und Produktionsleiterin, Leipzig) und Tom Wolter (Schauspieler und Regisseur, Halle/Saale). Weitere Mitglieder des Bundesvorstands sind Harald Redmer (Geschäftsführer NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V., Münster), Heike Scharpff (Regisseurin, Berlin), Ulrike Seybold (Geschäftsführerin Landesverband Freier Theater Niedersachsen e.V., Hannover) und Axel Tangerding (Regisseur, Moosach bei München).+++

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