Theater in Europa fordern Unterstützung der EU und ihrer Mitgliedstaaten

Anlässlich der Coronavirus-Pandemie und der daraus resultierenden Folgen für Künstler*innen und Theater in Europa, haben die Mitglieder der European Theatre Convention (ETC) und des europäischen Theaternetzwerks mitos21 eine Initiative ins Leben gerufen. In einer gemeinsamen Erklärung rufen sie die EU und Mitgliedstaaten zum Handeln auf. Auch der Europäische Dachverband der freien darstellenden künste (EAIPA) unterstützt diesen Aufruf.

Gemeinsame Erklärung der europäischen Theaterinstitutionen

Nach den Regierungsbeschlüssen der Mitgliedstaaten zur Bekämpfung der Verbreitung von COVID-19 wurden die Theater in Europa von den nationalen Regierungen angewiesen, ihre Vorstellungen vorübergehend einzustellen und große Versammlungen zu vermeiden. Die Absage von Live-Aufführungen in allen europäischen Ländern wird beispiellose wirtschaftliche Folgen haben und betrifft einen bereits prekären Sektor.

Während die harten Maßnahmen verantwortungsbewusstes Handeln sind, um der ernsten Situation zu begegnen, muss der Grad des finanziellen Schadens für die Theater und alle beteiligten Akteur_innen des kreativen und kulturellen Sektors noch bestimmt werden.

1) Wir fordern die EU und die Mitgliedstaaten auf, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen und Mittel bereitzustellen, um den Einkommensverlust auszugleichen.

  • Die angekündigte Corona Response Investment Initiative der Europäischen Kommission soll auch dem Theatersektor zugute kommen. Die Maßnahmen müssen die verschiedenen wirtschaftlichen und juristischen Einheiten des öffentlichen und privaten Sektors, die kleinen und mittleren Unternehmen berücksichtigen und auf die Bedürfnisse gezielt eingehen:
  • Öffentliche Mittel dürfen weder zurückgehalten noch entsprechend dem Jahresbudget gekürzt werden.
  • Die Veranstaltungsorte dürfen keine öffentlichen Mittel für spezifische Maßnahmen zurückerstatten, die bereits ausgegeben wurden und mit abgesagten Vorstellungen verbunden sind.
  • Einnahmeverluste im Kartenverkauf der Spielstätten sollen kompensiert werden.
  • Einzelne Künstler*innen und Theaterkompanien sollen für den Einkommensverlust durch abgesagte Aufführungen und Schaffensprozesse entschädigt werden.

2) Wir fordern die EU und die Mitgliedstaaten auf, die Theater und alle Angehörigen der Darstellenden Künste in Europa zu unterstützen, um die Nachhaltigkeit des Sektors und eine der wichtigsten europäischen kulturellen Kunstformen, die Menschen in sozialen und demokratischen Kontexten zusammenbringt, zu gewährleisten.3) Wir fordern, dass die Verteilung dieser Ausgleichsfonds auf der Ebene der EU und der Mitgliedstaaten koordiniert wird, damit der Sektor unbürokratisch Zugang zu ihnen erhält.

Aufruf im englischen Original

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