Programm

Programm als PDF hier zum Download.


MITTWOCH, 9. Mai 2018 #Heimspiel


ab 16.00 Uhr
Anmeldung

17.30 Uhr bis 19.00 Uhr
Begrüßung (Vorstellungs- und Fragerunde)
Anne Schneider, Geschäftsführerin des Bundesverbands Freie Darstellende Künste
Jan Deck, Kurator

19.00 Uhr
Abendessen

20.00 Uhr
Die Trauer der Schweine – Performance von Angstgesellschaft
Ein Musiktheater-Projekt von Riccardo Castagnola, Levin Handschuh und Sofia Korcinskaja, gefördert durch den Senator für Kultur

Ein immersives, szenisch-installatives Radio-Raum-Konzert, bei dem die Zuschauer als rezipierende Akteure in einer Expedition dem Unbekanntem und der daraus resultierenden Angst begegnen. Von einem Fremden durch das 1892 erbaute Gebäude durch den Abend geführt, sind sie Katastrophentouristen, die auf in den Überresten der ehemaligen Schlachtereianlagen zunächst die Geschichte deren Niedergangs erfahren, bevor sie diesen in völliger Dunkelheit musikalisch erneut und direkt durchleben – sie geraten in ein Sperrfeuer aus Musik von Xenakis, Liszt oder dem „Texas Chainsaw Massacre“ und werden damit konfrontiert, wie das Unbekannte zur physischen Kraft wird.

21.00 Uhr
Heimspiel
Bremer Künstler*innen zeigen den Auswärtigen ihr Lieblings-Abendprogramm in der Stadt


DONNERSTAG, 10. Mai 2018 #Solidarität


10.00 Uhr bis 11.00 Uhr
Frühstück

11.00 Uhr bis 13.30 Uhr
Workshop 1: Konfliktmanagement
Leitung Anke Kautz

Konflikte in der Zusammenarbeit - eine echte Herausforderung. Ein gutes Konfliktmanagement unterstützt sowohl künstlerische als auch produktionspraktische Prozesse. Kommunikation und der Umgang miteinander sind entscheidende Voraussetzungen, damit das gelingt. Im Workshop geht es darum, wie wir in Konfliktsituationen funktionieren. Was können wir tun, um gut zusammenzuarbeiten und unterschiedliche Anliegen und Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Der Workshop verbindet theoretische Inputs zu Kommunikation und Konflikten mit Übungen in Kleingruppen/Partnerarbeit und nutzt dabei Ihren Erfahrungen oder Beispiele.

Anke Kautz ist Mediatorin, Coach und Trainerin. Außerdem ist sie seit mehr als 20 Jahren als Radiojournalistin tätig. Sie bietet Workshops zu verschiedenen Themen an, u. a. Kommunikation, Konfliktmanagement und Teamarbeit. Als Mediatorin vermittelt sie bei Konflikten in Teams, in Familien und in Paarbeziehungen. Darüber hinaus coacht sie Menschen bei Veränderungsprozessen im Job, Herausforderungen durch neuen Aufgaben wie Führungspositionen und in Konfliktsituationen.

Workshop 2:  Formen gemeinsamen Entscheidens
Leitung Jesse Dittmar, Konzeptwerk Neue Ökonomie Leipzig

Wenn wir etwas in der Gesellschaft verändern wollen, dann können wir das nur gemeinsam mit anderen. Dabei ist es wichtig von Anfang an auf solidarische und demokratische Kommunikations- und Entscheidungsformen zu achten. Dem wollen wir uns gemeinsam in diesem Workshop sowohl theoretisch als auch praktisch widmen. In Gruppen-Experimenten werden wir die Vor - und Nachteile von verschiedenen Entscheidungsformen beleuchten und die Kombination verschiedener Kommunikations- und Entscheidungsmethoden für Gruppenprozesse kennenlernen. Dabei werden wir lernen, uns auf Gedanken von anderen einzulassen ohne am Ende zu wissen, was dabei herauskommt.

Jesse Dittmar ist Mitarbeiterin im Konzeptwerk Neue Ökonomie (Leipzig). Der unabhängige, gemeinnützige Verein setzt sich bereits seit 2011 für eine soziale, ökologische und demokratische Wirtschaft und Gesellschaft ein, die das Wohlergehen aller zum Ziel hat und die ökologischen Lebensgrundlagen erhält. In der Bildungsarbeit und verschiedenen Projekten sind die Aktiven beim Konzeptwerk engagiert ihr Wissen sowohl in der Theorie als auch in der Praxis an andere Menschen weiter zu geben. Dabei dient »degrowth« als eine richtungsweisende Perspektive und Gegenmodell zu einer Welt mit stetigem Wachstum, welches unausweichlich die Ausbeutung von Mensch und Natur fordert.

13.30 bis 15.30 Uhr
Mittagessen und Pause

15.30 Uhr bis 17.00 Uhr
Gemeinsames Gespräch: Was heißt solidarisches Arbeiten in den freien darstellenden Künsten?
Moderation Jan Deck

In inhaltlichem Anschluss an die beiden Workshops sprechen wir darüber, wie das Thema Solidarität in den freien darstellenden Künsten umsetzbar sein kann. Wie könnten solidarische Strukturen in der freien Szene aussehen?

ab 17.00 Uhr
Solidarisch Kochen - Kochkurs für alle mit PourPour

Die Gruppe PourPour, die uns bei der Veranstaltung mit Essen versorgt, hat sich zum Thema Solidarität ein eigenes Format ausgedacht: Ein Kochkurs, der mit der Frage beginnt: Was wollen wir essen? Nachdem wir das entschieden haben, wird gemeinsam eingekauft, gekocht und gegessen.

abends
Sauna


 FREITAG, 11. Mai 2018 #Lobby


10.00 Uhr bis 11.00 Uhr
Frühstück

11.00 Uhr bis 13.30 Uhr
Workshop 1: Die Interessen der Kultur vertreten - Lobbying in der Praxis
Wie kann vertritt man die Interessen der Kultur gegenüber Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft und macht die Relevanz und Leistung der Kultur sichtbar? Was braucht man dafür? Wie baut man sich ein Netzwerk auf? Und welche Fehler gilt es zu vermeiden? Corinne Eichner zeigt am Beispiel der Lobbyarbeit von STADTKULTUR HAMBURG, wie erfolgreiche Interessenvertretung gelingen kann und welche Bausteine dazu gehören. Dabei wird es Gelegenheit für die Klärung individueller Herausforderungen und Fragen geben.

Corinne Eichner studierte Soziologie, Kunstgeschichte und Journalistik und war lange als freie Journalistin und in der Erwachsenenbildung tätig, bevor sie gemeinsam mit verschiedenen Künstler*innen Kinderkulturprojekte, die sich besonders auch an bildungsferne Zielgruppen richteten, entwickelte und umsetzte. Seit 2011 ist sie Geschäftsführerin des Landesverbandes STADTKULTUR HAMBURG. Darüber hinaus arbeitet sie ehrenamtlich im Vorstand mehrerer Kulturorganisationen und berät zu den Themen Freiwilligenmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, leitet Workshops und Seminare und moderiert Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen. Seit 2017 ist sie Mitglied des Vorstandes der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren. Dort sind ihre Schwerpunktthemen Öffentlichkeitsarbeit, Politikberatung, Digitalisierung und Generationenwechsel.

Workshop 2: Kulturkommunikation - Allianzen zur Sichtbarmachung
Leitung Ulrike Steffel

Wie werde ich mit meinen Projekten sichtbar? Welche Kommunikationskanäle gibt es und welche  sind die effektivsten? Welche Allianzen muss ich schmieden, um nicht alle Wege alleine gehen zu müssen? Wo finde ich Verbündete und wo ist eigentlich mein Zielpublikum? Der Workshop durchpflügt das weite Feld der Kulturkommunikation im Schweinsgalopp – wirft Schlaglichter auf effektive Kommunikationswege, zeigt an konkreten Beispielen die Dos und Don‘ts der Öffentlichkeitsarbeit und bietet Raum für einen praxisnahen Erfahrungsaustausch.

Nach dem Studium der Literaturwissenschaft, der Politologie und der Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal war Ulrike Steffel von 1996 bis 2000 Leiterin der Abteilung Marketing und Vertrieb am Nationaltheater Mannheim und von 2000 bis 2003 in gleicher Funktion am Bremer Theater. Seit 2003 arbeitet sie von Hamburg aus frei im Bereich Kultur-Marketing. Für Auftraggeber wie Kampnagel Hamburg, das Stadttheater Gießen, Tanzplan Bremen, K3 | Tanzplan Hamburg, den BFDK, verschiedene Festivals (u. a. Kaltstart Hamburg, Hamburger Theaternacht, Hauptsache Frei) sowie zahlreiche Freie Theater- und Tanzproduktionen reicht das Arbeitsspektrum von der Text- und Presse-Arbeit über die klassische PR- und Öffentlichkeitsarbeit, die Entwicklung von Sponsoring- und Fundraisingkonzepten bis hin zur Konzeption und Durchführung von effizienten Marketingstrategien. Zuletzt war sie die Kommunikationsleitung des Festivals Theater der Welt 2017 in Hamburg.

13.30 Uhr bis 14.15 Uhr
Mittagessen (Lunchpakete)

15.00 Uhr bis 17.00 Uhr
»Remote Bremen« (kollektiver Audiowalk im Stadtraum von Rimini Protokoll)
Abfahrt um 14.15 Uhr, Treffpunkt Friedhof Buntentor, Buntentorsteinweg 71.
Um Anmeldung bis 22. April unter ontheroad@darstellende-kuenste.de wird gebeten.

Mit »Willkommen zu Remote Bremen« meldet sich eine künstliche Stimme zu Wort. Für die nächsten 100 Minuten wird sie jede*n Teilnehmer*in auf ihrer/seiner individuellen Reise durch die Stadt begleiten und scheint dabei mit jedem Schritt menschlicher zu werden. Der Audiowalk verhandelt Themen wie die Vorhersagbarkeit menschlichen Handelns, künstliche Intelligenz oder die fortschreitende Verschränkung von Mensch und Maschine. Wer kontrolliert wen? Und wem folgen wir, wenn Algorithmen zu uns sprechen?
»Remote X« ist eine maßgeschneiderte Fährte für eine Gruppe von 50 Personen, gesteuert von einer künstlichen Intelligenz und unterlegt mit dem Soundtrack zur Stadt. Der Audiowalk wurde bisher in 40 Städten weltweit realisiert. Jede neue ortsspezifische Version baut auf der Dramaturgie der vorangegangenen Stadt auf, sucht sich neue Orte und setzt so das Stück fort.

18.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Abendessen

19.30 Uhr bis 21.00 Uhr
Gemeinsames Gespräch: Mit Politiker*innen reden
Moderation Jan Deck

Unsere Politikerin für »Mit Politiker*innen reden« ist Kirsten Kappert-Gonther. Nach ihrem Studium der Humanmedizin, wurde sie zum Dr. med. promoviert und ist seit 2001 Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie ist Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen, war 2011-2017 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie Sprecherin für Gesundheits-, Religions- und Kulturpolitik. Und seit 2017 ist sie Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Drogenpolitik sowie Sprecherin für Gesundheitsförderung ihrer Fraktion.

abends
Sauna


 SAMSTAG, 12. Mai 2018 #Generationen


10.00 Uhr bis 11.00 Uhr
Frühstück

11.00 Uhr bis 13.30 Uhr
Workshop 1: Alterssicherung in den freien darstellenden Künsten
Leitung Stefan Kuntz

Im Workshop geht es um folgende Themen: Pflichtversicherung, Arbeitnehmer, KSK; die neue Pflicht zur Pflichtversicherung; Wovon werde ich leben und ab wann? statistische Werte. Und bis dahin? Als alternde Künstler*in; Rentenversicherung (pflichtverssichert/ freiwillig versichert); Kontenklärung, Erwerbsunfähigkeit, Krankenversicherung (pflichtversichert/ freiwillig versichert/privat versichert), Pflegeversicherung, Zusätzliche Altersvorsorge (VddB, VBLU)

Stefan Kuntz studierte Germanistik, Geschichte, Philosophie, Politologie, Pädagogik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Freiburg, Bristol, Paris und Köln. 1976 Begründer der theatergesellenschaft, seit 1980 Arbeit als Theaterdilldopp. 1984 Begründer der Kooperative Freier Theater NRW und zeitweise Vorstandsmitglied. 1990 Mitbegründer des Bundesverbandes Freier Theater und mit Unterbrechungen bis 2001 Vorsitzender. 1992 bis 2000 Mitglied im Beirat und im Widerspruchsausschuss Darstellende Kunst der Künstlersozialkasse, berufen durch den Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Seit 1993 Referent und Seminarleiter, seit 1999 tätig als Künstlerberater.

Workshop 2:  Autonomie statt Prekariat – mehrgleisige Karrieremodelle in den künstlerischen Berufen
Leitung Alina Gause und Heike Scharpff

Mehrgleisige Karriereverläufe haben schon immer die Laufbahnen Kreativer geprägt. Und dennoch hält sich ein hartnäckiges Bewertungsmotto in den Köpfen und Herzen vieler Künstler*innen und Nicht-Künstler*innen, das überholt erscheint: Ist ein/e Künstler*in talentiert, dann bringt er/sie es auch zu Geld und Bekanntheit. Wer neben der Kunst etwas Anderes macht, hat versagt bzw. kann kein/e »richtige/r« Künstler*in sein. Mit diesem Tunnelblick werden Scham- und Versagensgefühle bei Künstler*innen hervorgerufen, wenn sie das Gegenteil brauchen für den Aufbau ihrer Existenz. In diesem Workshop wird die Aufmerksamkeit auf den vollen Entscheidungsraum gelenkt und damit die subjektive und objektive Abhängigkeit, unter der viele Künstler*innen leiden, verringert. Eine berufliche Laufbahn als Künstler*in enthält viele Privilegien, die unter dem Druck der Existenzsicherung manchmal in Vergessenheit geraten. Wer sich darauf besinnt, begibt sich zurück auf für Kreative gewohntes Terrain: Ein freies Feld, das unter Einsatz typischer Künstler*innen-Kompetenzen wie Phantasie, Flexibilität, Kreativität, Eigeninitiative, Begeisterungsfähigkeit, Frustrationstoleranz, Disziplin und Ambiguitätstoleranz gestaltet werden kann. Und schafft damit das, worum es geht: Mehr Raum für Kunst.

Alina Gause absolvierte in Berlin ihre Ausbildung in Tanz, Gesang und Schauspiel. Es folgten Engagements z.B. am Maxim Gorki Theater, Theater des Westens sowie beim Film und Fernsehen. Neben dieser Tätigkeit schloss sie ein Psychologiestudium ab und berät seit 2009 Künstler aller Sparten in ihrer Berliner Beratungsstelle a.way. Von Alina Gause sind zwei Bücher erschienen: Warum Künstler die glücklicheren Menschen sein könnten und Kompass für Künstler. 2014 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Universität der Künste in Berlin.

Heike Scharpff ist Diplom-Psychologin, Regisseurin, Coach. Seit 2003 freie Regisseurin in Stadttheater & freier Szene (u.a. Theater Oberhausen, Mousonturm). 2012 gründet sie das Communitytheater KANALTHEATER in Eberswalde. Seit Jahren engagiert sie sich in der Kulturpolitik (laPROF Hessen, BFDK, Pro Quote Bühne). 2010 – 2018 arbeitet sie als Projektleiterin der Stiftung TANZ – Transition Zentrum Deutschland und begleitet über 900 Tänzer*innen bei ihrer beruflichen Neuorientierung, ab 2018 freiberufliche Coach.

13.30 Uhr bis 15.30 Uhr
Mittagessen und Pause

15.30 Uhr bis 16.30 Uhr
Vortrag: Change Management
anschließend gemeinsames Gespräch: Wie bewerkstelligt man Veränderungsprozesse in den freien darstellenden Künsten?
Vortrag Stephan Kuntz

Themen des Vortrags sind u. a.: Älter werden – Transition - aufhören – ins zweite Glied – weiter als senior adviser, Komfort-Bedürfnisse der Älteren. Veränderungen akzeptieren, begrüßen. Neue Sichtweisen, neue Publikumsinteressen, neue Tendenzen. Erfahrungen wertschätzen. Transformationsförderung, Change-Management-Förderung. Professionalisierung auf welchen Gebieten? Neue Rechtsformen: Haftungsreduzierung. Stabilisierung

18.30 Uhr bis 19.30 Uhr
Abendessen

19.30 Uhr bis 21.00 Uhr
Horizonte
Vorstellung eigener Projekte (freiwillig)


SONNTAG, 13. Mai 2018 #Gastspiel


10.00 Uhr bis 13.00 Uhr
Brunch und
Gemeinsames Gespräch:
Aus der Vergangenheit über die Zukunft lernen? Wie baut man eine freie Szene auf? Wozu gibt es Verbände?
Diese Fragen diskutieren wir am Beispiel der Bremen, dazu werden verschiedene Gäste der lokalen Szene eingeladen

13.00 Uhr bis 14.00 Uhr
Feedbackrunde und Verabschiedung

14.00 Uhr
Ende der Veranstaltung ON THE ROAD #3 Bremen

Social-Share-Buttons