Kulturelle Bildung

Mit der Veröffentlichung der sogenannten PISA-Studie 2000 begann eine beispiellose Konjunktur des Begriffs »Kulturelle Bildung« im politischen Raum und auch in der gesamten bundesdeutschen Theaterlandschaft. Dem konnten und wollten sich auch die Freien Darstellenden Künste nicht entziehen, zumal die hinter dem Begriff stehende künstlerische Praxis für viele Freie Darstellende Künstler bereits seit den Anfängen der Freien Szene in den 1960er und 1970er Jahren zum Arbeitsalltag gehört.

Kulturelle Bildung meint für die Freien Darstellenden Künste die Bildung zur kulturellen Teilhabe, d.h. die Ermöglichung der Partizipation am künstlerisch-kulturellen Geschehen einer Gesellschaft. Etwa die Hälfte der Freien Darstellenden Künstler produzieren für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus ermöglichen sie in Workshops und Kursen außerschulisch und in Zusammenarbeit mit Schulen Kindern und Jugendlichen Erfahrungen mit künstlerischer Praxis. Gerade die künstlerische Praxis mit Kindern und Jugendlichen ist längst nicht mehr nur den Freien Kinder- und Jugendtheatern vorbehalten. Hier hat sich für darstellenden Künstler ein umfangreiches Betätigungsfeld mit sehr diversen Förderformaten entwickelt.

Dieser Entwicklung trägt der Bundesverband Freie Darstellende Künste Rechnung, indem er sich auch hier für gute Rahmenbedingungen für Projekte Kultureller Bildung mit Mitteln der Darstellenden Kunst einsetzt. Während Stadt-, Staats- und Landestheater für solche Aktivitäten mit ganzen Abteilungen und entsprechendem Personal ausgestattet sind, werden diese Aufgaben von den Freien Darstellenden Künstlern in der Regel selbst übernommen.

Auch die Förderlandschaft für Projekte Kultureller Bildung ist in den Bundesländern sehr unübersichtlich und nicht alle Förderprogramme tragen den notwendigen Rahmenbedingungen für Freie Darstellende Künstler Rechnung.

Der Bundesverband Freier Darstellende Künste hat deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, die die Rahmenbedingungen für gelingende Projekte Kultureller Bildung mit Mitteln der Darstellenden Künste identifizieren soll und die Förderlandschaft »Kulturelle Bildung« mit Blick auf die Freien Darstellenden Künste untersuchen soll. Ziel ist es, langfristig die Bedingungen in diesem Feld für die Freien Darstellenden Künste zu verbessern.

Darüber hinaus ist der Bundesverband Freie Darstellende Künste ein Programmpartner von »Kultur macht stark« und ist somit selbst Fördermittelgeber für Projekte Kultureller Bildung mit Mitteln der Darstellenden Kunst.

Des weiteren beteiligt sich der Bundesverband Freie Darstellende Künste am Diskurs des Feldes, hat selbst Beiträge zum Thema veröffentlicht und wird hier zudem auf neue Entwicklungen hinweisen und Nachrichten veröffentlichen, die für die im Feld der Kulturellen Bildung tätigen Freien Darstellenden Künstler von Bedeutung sind.

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