FAQ – Leitfaden »tanz + theater machen stark«

Unser Leitfaden, den Sie auch als PDF unter Downloads finden, ist als Hilfe bei der Antragstellung und später bei der Durchführung eines »tanz + theater machen stark«-Projektes gedacht. Er erklärt Voraussetzungen und Begriffe und weist auf Besonderheiten dieses Programms hin.

»Das BMBF will außerschulische Bildungsmaßnahmen, insbesondere auf dem Gebiet der kulturellen Bildung, fördern und so bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung unterstützen. Diese Bildungsmaßnahmen sollen von zivilgesellschaftlichen Akteuren, d.h. Vereinen, Verbänden und Initiativen erbracht werden, die sich vor Ort in Bündnissen für Bildung zusammenschließen. Neben der konkreten Unterstützung bildungsbenachteiligter Kinder und Jugendlicher ist ein weiteres Ziel der Förderung durch das BMBF die Entwicklung tragfähiger bürgerschaftlicher Netzwerke, in denen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen ergänzend zur Arbeit der Schulen Verantwortung für die Bildung der jungen Generation übernehmen. So will das BMBF einen weiteren wirksamen Beitrag dazu leisten, dass der in Deutschland ausgeprägte Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungserfolg abgeschwächt wird.«1


1 Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung: Richtlinie zur Förderung von außerschulischen Maßnahmen, insbesondere der kulturellen Bildung, für Kinder und Jugendliche im Rahmen von Bündnissen für Bildung, BMBF

Die Bildung von Bündnissen ist eine wesentliche Grundlage dieses Programms. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung möchte mit diesem Programm »die Entwicklung tragfähiger bürgerschaftlicher Netzwerke, in denen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen ergänzend zur Arbeit der Schulen Verantwortung für die Bildung der jungen Generation übernehmen« fördern.

Es geht also um die Bildung eines Netzwerkes mit anderen Akteuren, die gemeinsam ein Projekt für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche entwickeln und durchführen. Für die konkrete Durchführung des Projektes beauftragt das Bündnis bzw. der für den jeweiligen künstlerischen bzw. pädagogischen Bereich zuständige Bündnispartner, Fachkräfte auf Honorarbasis.

Einer der drei Bündnispartner übernimmt die Antragstellung und die administrative Abwicklung des Projektes. Dieser beantragende Bündnispartner darf weder eine Schule noch eine KiTa oder ein Hort sein.

Das Bündnis selbst erhält keine Fördermittel für seine Arbeit, sondern reicht diese an die vom Bündnis beauftragten Fachkräfte weiter bzw. gibt sie für Projektkosten aus. Ein lokales Bündnis muss sich immer aus (mindestens) drei Partnern zusammensetzen.

Alle Bündnispartner müssen juristische Personen (Verein, Einrichtung in öffentlicher oder privater Trägerschaft, GbR, GmbH etc.) sein.

Kern der Bündnisse im Rahmen von »tanz + theater machen stark« ist eine Fachpartnerschaft zwischen einem Theater und einer pädagogischen Einrichtung. Ein lokales Bündnis muss sich immer aus (mindestens) drei Partnern zusammensetzen. Alle Bündnispartner müssen juristische Personen (Verein, Einrichtung in öffentlicher oder privater Trägerschaft, GbR, GmbH etc.) sein.

Der künstlerische Partner bringt seine künstlerische Praxis ins Bündnis ein und eröffnet den am Projekt beteiligten Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten der Erprobung künstlerischer Ausdrucksformen und künstlerische Zugänge zu gesellschaftlichen und politischen Themen.

Der pädagogische Fachpartner stellt den Zugang zur Zielgruppe und den pädagogischen Rahmen sicher und bringt seine pädagogische Kompetenz ins Projekt ein.

Hinzu sollte als dritter Partner in der Regel ein Ort kommen, der sich an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen orientiert: die Schule, das soziokulturelle Zentrum, der Jugendtreff...

Wird ein Ort, der auch Arbeits- und Präsentationsort ist, durch den künstlerischen oder pädagogischen Partner in das Bündnis eingebracht (z.B. das Theaterhaus, die Schule, das Jugendkulturzentrum) soll der dritte Partner eine Einrichtung oder Initiative sein, die den sozialräumlichen Zugang zur Zielgruppe vertieft (z.B. ein Jugendzentrum, der Qualifizierungsträger, die Handwerkskammer, der Tafelverein, das Quartiersmanagement).

Das Bündnis selbst erhält keine Fördermittel für seine Arbeit, sondern reicht diese an die vom Bündnis beauftragten Fachkräfte weiter bzw. gibt sie für Projektkosten aus.

Auch die Hinzuziehung von weiteren Kooperationspartnern ist möglich. Alle am Projekt Beteiligten schließen bereits in der Planungsphase des Projektes einen Kooperationsvertrag. Unter DOWNLOADS findet sich dazu ein Mustervertrag.

Das Programm richtet sich an benachteiligte Kinder und Jugendliche im Altersspektrum ab 5 bis 18 Jahre. Als bildungsbenachteiligt gelten in diesem Programm Kinder und Jugendliche, denen durch finanzielle und soziale Risiken und/oder ein bildungsfernes Elternhaus der Zugang zu Angeboten der Kulturellen Bildung erschwert ist. Bildungsbenachteiligt sind nach der Definition des Nationalen Bildungsberichtes (2010) Kinder und Jugendliche, für die eine oder mehrere der sogenannten Risikolagen zutreffen:

  • Soziales Risiko (kein erwerbstätiger Elternteil),
  • Risiko bildungsfernes Elternhaus (kein Elternteil mit Abschluss höher Sekundarstufe II),
  • finanzielles Risiko (geringes Familieneinkommen unter der Armutsgefährdungsgrenze).

Die Erreichung dieser Zielgruppe ist zentrale Aufgabe im Rahmen des Programms. Grundsätzlich stehen die Projekte allen Kindern und Jugendlichen offen, die Mehrheit der Beteiligten sollte aber der Zielgruppe des Programms angehören. Die Entscheidung, ob in altersspezifischen oder altersgemischten Gruppen gearbeitet wird, obliegt dem lokalen Bündnis und richtet sich nach den spezifischen Anforderungen vor Ort.

Zentraler Bestandteil der Konzeption von »tanz + theater machen stark« ist die Kombination von Fachkräften mit unterschiedlichen Kompetenzen. Diese Fachkräfte sind wiederum den Fachpartnern im Bündnis zuzuordnen. Als Fachpartner ist die Institution zu verstehen, d.h. etwa das Jugendzentrum oder das Theater. Die Fachpartner wiederum können Fachkräfte engagieren bzw. aus dem Kreis ihrer Mitarbeiter bereitstellen.

Die Kombination von künstlerischem und pädagogischem Fachpartner ermöglicht eine Arbeitsweise, die auf der einen Seite von der prozesshaften Herangehensweise der künstlerischen Fachkraft und auf der anderen Seite von der Erfahrung der pädagogischen Fachkraft im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen profitiert. Da hier von unterschiedlichen Kompetenzen ausgegangen wird, die sich sinnvoll ergänzen, sollte die Zusammenarbeit der Fachpartner auf Augenhöhe stattfinden und der pädagogische Fachpartner in alle Prozesse des Projektes eingebunden sein.

Um diese Zusammenarbeit auch finanziell zu dokumentieren, enthalten alle Programmbausteine Honorare für künstlerische und pädagogische Fachkräfte. Wenn die Zusammenarbeit auch auf andere Weise sichergestellt werden wird, kann in Absprache mit der Projektkoordination auch ein Honorar entfallen und die dadurch freiwerdenden Mittel können umgewidmet werden.

Der Kooperationsvertrag ist Bestandteil des Antrags für ein Projekt im Rahmen von »tanz + theater machen stark«. Zum Zeitpunkt der Antragstellung ist er so etwas wie eine Absichtserklärung, in der alle Bündnispartner ihre Rollen im Projekt festlegen. Im Kooperationsvertrag sollte auch festgelegt werden, welcher Bündnispartner welche Leistungen und welche Infrastruktur kostenlos in das Projekt einbringt. Finanzielle Verabredungen zwischen den Bündnispartnern sind nicht förderfähig und können deshalb auch nicht Gegenstand des Kooperationsvertrages sein. Ein Muster für den Kooperationsvertrag findet sich unter Downloads. Wenn einer der Bündnispartner eine Schule ist, muss zusätzlich die Anlage »Bündnispartner Schule« eingereicht werden.

Schulen, Kindertagesstätten, Kindergärten und Horte können selbstverständlich Teil eines Bündnisses im Rahmen von »tanz + theater machen stark« sein. Die Zusammenarbeit unterliegt aber klaren Regeln. Diese ergeben sich aus den unterschiedlichen Kompetenzen von Bund und Ländern in der Bildung. Dieses Programm wird aus Mitteln des Bundes finanziert. Deshalb müssen in der Durchführung die Regeln beachtet werden, die für den Bund gelten.

Bündnisse im schulischen Kontext müssen Folgendes beachten:

  1. Antragsteller/Zuwendungsempfänger für das Projekt/das Angebot muss ein außerschulischer Träger sein.
  2. Das Projekt ist als neues und zusätzliches Angebot außerhalb des Unterrichtes konzipiert. Es ersetzt keine bereits vorhandenen Angebote.
  3. Projekttage oder Projektwochen an Schulen sind als Unterrichtszeit zu werten und können im Rahmen des Programmes nicht gefördert werden.
  4. Die Schülerinnen und Schüler können sich frei für oder gegen die Teilnahme an dem konkreten Angebot entscheiden. Wahlpflichtunterricht ist von der Förderung ausgeschlossen.
  5. Das Angebot darf nicht Bestandteil des Regelunterrichtes und/oder des Lehrplanes des jeweiligen Bundeslandes sein und nicht in die Notengebung einfließen.
  6. Die unter Punkt 2 bis 5 genannten Bedingungen sind Bestandteil der Anlage »Bündnispartner Schule« und müssen durch den schulischen Bündnispartner bestätigt werden.
  7. Die verantwortliche Planung und Durchführung des Projektes übernimmt der außerschulische Träger.
  8. Diese Regeln sind auch auf die meist in kommunaler Trägerschaft oder in kommunaler Förderung betriebenen Kindertagesstätten, Kindergärten und Horte anzuwenden. Hier gilt: Durch das Angebot darf der Betreuungsschlüssel nicht verändert werden. D.h.: Das Angebot darf nicht die Betreuung durch festangestellte Mitarbeiter der Einrichtung ersetzen.

Gesucht werden Tanz- oder Theaterprojekte, die alle Schritte von der ersten Begegnung, über eine Recherche- und Probenphase bis hin zur Präsentations- und/oder Reflexionsphase gehen. Für jede Phase sind Programmbausteine definiert, in denen die Inhalte des Vorhabens durchgeführt werden können und die sich miteinander kombinieren lassen. Dabei fordern die einzelnen Programmbausteine einen unterschiedlich hohen Personal- und Zeitaufwand; er reicht vom Aufwand für zwei Personen (Phase 1 und 2) bis hin zu größeren Teams (Phase 3), von Tagesworkshops bis zur regelmäßigen Kursen über einen Zeitraum von 20 Wochen.