Die Förderlandschaft der freien darstellenden Künste braucht Veränderung – Studie und Fachforum des Bundesverbands Freie Darstellende Künste (BFDK) geben neue Impulse

von links: Janina Benduski (Vorsitzende BFDK), Ulrike Blumenreich (Autorin der Studie, KuPoGe) und Christina Stausberg (Hauptreferentin Kultur des Deutschen Städtetags) | © Foto: Marco Armborst

Im Rahmen eines vom Bundesverband Freie Darstellende Künste (BFDK) und in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag veranstalteten Fachforums diskutierten am 16. Mai 2017 zahlreiche Vertreter*innen aus Landesministerien, kommunalen Kulturverwaltungen sowie Akteur*innen der freien darstellenden Künste die bestehende Förderlandschaft. Grundlage war die kürzlich erschienene Fachstudie des BFDK »Aktuelle Förderstrukturen der Freien Darstellenden Künste in Deutschland. Ergebnisse der Befragung von Kommunen und Ländern«, die von der Autorin Ulrike Blumenreich (Kulturpolitische Gesellschaft) zu Beginn des Fachforums vorgestellt wurde.

Im Auftrag des Bundesverbandes Freie Darstellende Künste hatte das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft alle 16 Bundesländer sowie die 41 Kommunen, in denen mindestens vier freie Tanz- oder Theaterformationen ansässig sind, befragt und umfassende Auskünfte erhalten. Entstanden ist ein einmaliges und umfangreiches Nachschlagewerk und Arbeitsinstrument.

Die Präsentation der Studie durch Ulrike Blumenreich und die anschließenden Arbeitsgruppen zu den Themenkomplexen »Überjährige Förderung«, »Juryverfahren«, »Förderrichtlinien«, »Soziale Standards in Förderinstrumenten«, »Einzelprojektförderung« und »Individuelle Künstler*innenförderung« zeigten eindrücklich die Notwendigkeit regelmäßiger Evaluation des Fördersystems. Ebenso wurde das immense Interesse der beteiligten Akteur*innen an Austausch und konstruktiver und partizipativer Weiterentwicklung der bestehende Förderlandschaft deutlich.

Ein wichtiges Fazit der Diskussion: In nahezu allen Bundesländern und in einer Vielzahl von Kommunen gibt es Förderinstrumente für die freien darstellenden Künste, doch trotz zahlreicher interessanter Ansätze fehlt vielerorts ein ausdifferenziertes  Förderinstrumentarium, das der Arbeitspraxis und dem Stellenwert entspricht, den die freien darstellenden Künste im zurückliegenden Jahrzehnt in Kommunen und Ländern erlangt haben. Sowohl hinsichtlich der finanziellen Ausstattung der Fördertöpfe, aber auch bei der Ausgestaltung der Förderinstrumente zeigt sich ein großer Nachholbedarf. Die Einrichtung von überjährigen bzw. mehrjährigen Fördertöpfen, eine Fachjury-basierte Mittelvergabe, transparente faire Förderverfahren, ein Austausch mit den Akteur*innen der Szene und die Harmonisierung von Antragsfristen unterschiedlicher Förderakteure auf der Bundes-, Landes und auf kommunaler Ebene – dies sind wichtige Themenfelder für die Weiterentwicklung der Förderlandschaft in den kommenden Jahren.

Der Bundesverband Freie Darstellende Künste sieht sich durch die positive Resonanz auf die Studie und den initiierten Fachaustausch in seiner diesjährigen Strategie bestätigt, die neben anderen Veranstaltungen sowohl eine Gesprächsreihe zum Thema »Bundesförderung im Praxischeck« als auch ein weiteres Fachforum zum Themenkomplex der deutschsprachigen Förderlandschaft am 06. November 2017 in Berlin in Kooperation mit dem Fonds Darstellende Künste vorsieht.

»Wir fühlen uns nach dem heutigen Tag umso mehr beauftragt, die Bündelung und Erfassung von Bedarfen und Wünschen aus der Szene voranzutreiben und die Sensibilisierung für die Grundlagen zeitgemäßen Arbeitens in den freien darstellenden Künsten und den damit verbundenen Bedürfnissen voranzutreiben. Die Anhebung der Fördermittel ist nach wie vor elementare Voraussetzung für die Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung des bestehendes Fördersystems im Sinne aller beteiligten Akteur*innen. Hier besteht erheblicher Handlungsbedarf der Politik.« (Janina Benduski, Vorsitzende Bundesverband Freie Darstellende Künste)

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