Programm

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MONTAG, 16.10.2017

Ab 18.00 Uhr fabrik Potsdam, Café
Anmeldung

20.00-21.00 Uhr fabrik Potsdam, Café
Begrüßung
Anne Schneider
, Geschäftsführerin des Bundesverbands Freie Darstellende Künste
Sabine Gehm, Kuratorin

Landesverbände Freie Darstellende Künste aus Berlin, Sachsen und Brandenburg stellen sich vor
Welchen Aufgaben widmen sich die jeweiligen Landesverbände für darstellende Künste in Berlin, Sachsen und Brandenburg, welche regionalen Besonderheiten gibt es? Welche spezifischen Förderinstrumente gibt es? Wie und woran arbeiten ihre Vertreter*innen? Welche Ziele verfolgen sie?  
LAFT Berlin/PAP: Felix Koch, Landesverband Freier Theater Brandenburg: Frank Reich, Landesverband Freier Theater Sachsen: Anne-Cathrin Lessel

21.00 Uhr fabrik Potsdam, Café
Abendessen und informeller Austausch


DIENSTAG, 17.10.
Kollaborative Praxis - Reflexion von  Arbeitsprozessen, kreativem Miteinander und Vernetzungsstrategien

10.00 Uhr fabrik Potsdam, Café
Come together

Wer ist da? »Speed dating« der Akademieteilnehmer*innen
Moderation: Anne Schneider, Sabine Gehm

11.00 Uhr T-Werk, Probebühne
Martina Ruhsam/Mariella Greil
Kollaboration als widerständige Praxis -
Formen und Ethiken des Zusammenarbeitens
Im Kontext gegenwärtiger soziopolitischer und ökonomischer Entwicklungen birgt künstlerisches Arbeiten im Sinne einer kollaborativen Praxis spezifische Herausforderungen, Potentiale und Schwierigkeiten. Es stellt sich die Frage, inwiefern Modi des gemeinsamen Arbeitens heute widerständige Praktiken darstellen, die das neoliberale Modell der Ich-AG und des selbstbezogenen Karrieredenkens bzw. der egoistischen Künstlerpersönlichkeit unterlaufen können – auch indem sie kollektive Ressourcennutzung und künstlerische Forschung ermöglichen.
Wurden die künstlerischen Kollektive der 60er und 70er Jahre noch durch große gesellschaftspolitische Utopien zusammengehalten, so finden künstlerische Kollaborationen heute meist in fragilen, temporären Projekten und in flexiblen Konstellationen statt, die sich nicht über die Projektion einer bestimmten Zukunft definieren und meist keine »kollektive« politische Intention repräsentieren. Spannend sind vor allem Projekte, in denen die Heterogenität der Involvierten nicht verleugnet oder ignoriert, sondern als Chance begriffen wird: unkonventionelle Begegnungen und der Entwurf neuer Arbeits- und Präsentationsformen werden ermöglicht. Wir gehen der Frage nach, welche (politischen) Potenziale das künstlerische Arbeiten in Gruppen ohne fixe Rollenzuschreibungen und ohne die Unterordnung des Einzelnen unter eine gemeinsame Identität birgt.
Martina Ruhsam ist freischaffende Choreografin, Performerin und Autorin. Seit 2016 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Mariella Greil arbeitet im Feld von Tanz, Choreografie und künstlerischer Forschung und war  wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Sie ist aktiv in der Künstler*innen-Initiative »Sweet and Tender Collaborations«. Beide haben gemeinsam eine Vortragsreihe zum Thema Kollaboration in England gehalten und arbeiten an der Schnittstelle von Theorie und Praxis.

12.00 Uhr T-Werk, Probebühne
Sabine Chwalisz
Praxisbeispiel fabrik Potsdam: Vernetzung – regional/national/international

Die fabrik Potsdam arbeitet lokal, regional und international und ist ein Ort, an dem Tanz erforscht, produziert und vermittelt wird. Es bietet Künstler*innen im Rahmen von Residenzen den Raum, neue Ideen rund um den Tanz zu entwickeln. Diese bilden den Ausgangspunkt für die Entwicklung von Konzepten u.a. für neue Stücke, Lehrmethoden und Techniken und vieles mehr. Als Produzent ermöglicht die fabrik Künstler*innen,  ihre Ideen zu realisieren und sie im Produktionsprozess zu begleiten.
Sabine Chwalisz gibt Einblicke in die Strukturen und Kooperationen, die das Team regional, national und international auf den Weg bringt, um neue Netzwerke und künstlerische Produktionsmöglichkeiten zu schaffen.
Sabine Chwalisz arbeitet nach Abschluss ihres Psychologiestudiums und ihrer Tanzausbildung als freie Tänzerin, Choreografin und Pädagogin, als Produktionsleitung und beim Rundfunk. Sie ist seit 1992 Mitglied der Leitung der fabrik Potsdam und hier u.a. für die Konzeption und Entwicklung von Projekten der Kulturellen Bildung verantwortlich.

13.00-14.00 Uhr fabrik Potsdam, Café
Mittagspause

14.00-15.00 Uhr T-Werk, Probebühne
Steffen Klewar /Jörg Albrecht, Performancekollektiv copy & waste
Wie wir arbeiten – interdisziplinär – kollektiv - effektiv?!
»Es gibt Phasen, in denen wir auf einmal zusammen kraftvoll sind, sehr, sehr kraftvoll, obwohl wir einzeln total erschöpft sind, und dann die Phasen, in denen wir alle einzeln so vor Kraft strotzen, dass wir zusammen nur noch eine große Erschöpfung bilden, die nichts mehr kann.« (copy & waste).
In ihrer Arbeit als Kollektiv copy & waste, das intermediale Theaterabende und Performances über die Veränderung der Städte im 21. Jahrhundert und die immer diffusere Grenze zwischen Fakt und Fiktion entwickelt, arbeiten Steffen Klewar und Jörg Albrecht in einem Team mit wechselnden Konstellationen aus Schauspieler*innen, Videokünstler*innen, Musiker*/Sounddesigner*innen, Bühnenbildner*innen, Dramaturg*innen und Arbeiter*innen anderer Disziplinen. Die Praxis, mit performativen Mitteln urbane Machtstrukturen zu untersuchen, hat zu verschiedenen Arbeitsweisen und ästhetischen Formaten geführt. Die beiden sprechen über ihre Erfahrungen des kollektiven Arbeitens, der Notwendigkeit von Arbeitsteilung, Kontinuität und  gegebenenfalls dem Bedarf nach Hierarchien, die Auseinandersetzung mit Veränderungs- und Lernprozessen sowie die Erfordernisse bei Textentwicklung und Dramaturgie.
Jörg Albrecht ist Schriftsteller. Steffen Klewar ist Regisseur und Dozent für Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Gemeinsam gründeten beide 2007 das Theaterkollektiv copy & waste.

15.30 Uhr T-Werk, Probebühne und Konferenzraum sowie fabrik Potsdam, Studio 6
Arbeitsforen I - III

Die Arbeitsforen geben die Möglichkeit, sich näher mit den in den Vorträgen aufgeworfenen Fragen oder  den »Tools«, die von den Referent*innen vorgestellt wurden, zu beschäftigen und diese ausgehend von den jeweiligen Erfahrungen aller Teilnehmer*innen weiterzuentwickeln.
I: Potentiale kollektiven künstlerischen Schaffens, Umgang mit Spezialisierungen                               
Moderation: Steffen Klewa und Jörg Albrecht
II: Kollaborative Praxis                                  
Moderation: Martina Ruhsam und Mariella Greil
III : Vernetzung regional/national/international                                               
Moderation: Sabine Chwalisz

18.00-20.00 Uhr fabrik Potsdam, Café
Pause/Abendessen

20.00-21.30 Uhr fabrik Potsdam, Café
Moderierter Austausch zum Tag
Moderation: Anne Schneider


MITTWOCH 18.10.2017
Produktionspraxis und Kommunikation

9.00 Uhr-9.45 Uhr T-Werk, Probebühne
Alessandra Lola Agostini
Warm-up
Als Start in den Tag bietet die Tänzerin und Tanzpädagogin Alessandra Lola Agostini allen Bewegungswilligen ein leichtes Aufwärmtraining sowie Atem- und Wahrnehmungsübungen. Damit lassen sich Körper und Geist auf die folgenden  Gespräche und Diskussionsrunden vorbereiten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Nach ihrem Studium in pädagogischer Psychologie und verschiedenen Theater- und Tanzausbildungen in Italien und Berlin arbeitet Alessandra Lola Agostini freiberuflich als Tanzpädagogin und Tänzerin in verschiedenen zeitgenössischen Tanzprojekten (u.a. mit Jo Parkes) sowie für TanzZeit und Lebenshilfe. 

10.00-17.00 Uhr T-Werk, Probebühne
Anke Kautz
Konfliktmanagement
Konstruktives Streiten ist eine Herausforderung. Ein gutes Konfliktmanagement unterstützt sowohl künstlerische als auch produktionspraktische Prozesse. Kommunikation und der Umgang miteinander sind entscheidende Voraussetzungen, damit das gelingt. Im Workshop geht es darum, wie wir in Konfliktsituationen funktionieren. Was trägt dazu bei, eine Eskalation zu verhindern? Und wie kommen wir zu guten Lösungen eines Streits? Der Workshop verbindet theoretische Inputs zu Kommunikation und Konflikten mit Übungen in Kleingruppen/Partnerarbeit und Ihren eigenen Erfahrungen oder Beispiele.
Den Workshop leitet Anke Kautz, Mediatorin BM®, Coach und Trainerin, Diplom-Medienberaterin und Journalistin.

10.00-13.00 Uhr T-Werk/Konferenzraum
Karin Kirchhoff
Gebt mir Geld! Projektfinanzierung und Antragstellung in den darstellenden Künsten
Vor der Produktionsphase liegt nicht nur die inhaltlich-künstlerische Recherche sondern auch die Sicherung der Finanzierung. Projektmittel müssen beantragt, Budgets erstellt und Texte formuliert werden. Welche Finanzierungsarten gibt es? Wie sollte ein - auch überregional erfolgreicher - Antragstext aussehen? Und wie  erstelle ich einen Kosten-Finanzierungsplan - bei Einhaltung der Honoraruntergrenze, in Bezug auf mehrere Koproduktionspartner und unter Berücksichtigung von KSK und GEMA? Diesen und angrenzenden Fragen geht Karin Kirchhoff in diesem Praxisseminar nach.
Karin Kirchhoff ist Gastdozentin für Finanz- und Projektmanagement, u.a. am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz in Berlin, für das Berliner Career College der UdK Berlin und die Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Sie kuratiert das jährliche Festival Tanz! Heilbronn, arbeitete als freie Produktionsleitung und Dramaturgin im Bereich Tanz und Theater und war Mitglied in unterschiedlichen Jurys.

10.00-15.30 Uhr fabrik Potsdam, Studio 6
Dr. Neela Enke 
Führen ohne Hierarchie: Grundlagen der Verbands- und Gremienarbeit
Führen ohne Hierarchie (auch »laterale Führung« oder »Führung zur Seite«) umschreibt die Situation der Führung ohne direkte Weisungsbefugnis, wie sie in Vereins- und Verbandsstrukturen und Gremien oft anzutreffen ist. Die zentralen Mechanismen des lateralen Führens bestehen aus Verständigung, Informationsmacht und Vertrauen. Wie lässt sich dies in der praktischen Anwendung so übersetzen, dass sich in der Gemeinschaft mit anderen Teilnehmer*innen die thematische Fokussierung eigener Erkenntnisse und Ziele voranbringen lassen? Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis der Teilnehmer*innen soll dieser Frage nachgegangen werden. Dr. Neela Enke ist Coach, Mediatorin, Vertreterin in verschiedenen Verbänden und promovierte Biologin.

13.00 Uhr fabrik Potsdam
Mittagspause

14.00 Uhr fabrik Potsdam, Café
Kristof Blom
Best Practice
International am Beispiel Artscenter Campo: Arbeiten im Spannungsfeld von Recherche, Produktion, Präsentation und Touring
Das in Gent ansässige Artscenter Campo bietet seit langem jungen unbekannten Künstler*innen, die u.a. auch mit Laien und verschiedenen Communities zusammen arbeiten, eine professionelle Produktionsbegleitung und Präsentationsplattform. Das ursprünglich als Produktionsstruktur Victoria konzipierte Haus mit Proberäumen, verfügt mittlerweile über zwei Spielstätten. Viele der entstehenden, künstlerisch herausragenden Produktionen touren international. Als künstlerischer Leiter, Dramaturg und Spezialist für internationale Koproduktionen stellt Kristof Blom anhand der Erfahrungen mit Campo Entwicklungen und Strategien des Produzierens und europäischen Koproduzierens vor.
In englischer Sprache

15.30 Uhr fabrik Potsdam, Café
Arbeitsforum IV: Internationales Vernetzen
Moderation: Kristof Blom
In englischer Sprache

18.00 Uhr fabrik Potsdam, Bühne
Probenbesuch

18.00 Uhr fabrik Potsdam, Café
Abendessen

20.00 Uhr fabrik Potsdam, Café
Moderierter Austausch zum Tag
Moderation: Anne Schneider


DONNERSTAG, 19.10.2017

9.00-9.45 Uhr T-Werk, Probebühne
Alessandra Lola Agostini
Warm-up
Als Start in den Tag bietet die Tänzerin und Tanzpädagogin Alessandra Lola Agostini allen Bewegungswilligen ein leichtes Aufwärmtraining sowie Atem- und Wahrnehmungsübungen. Damit lassen sich Körper und Geist auf die folgenden  Gespräche und Diskussionsrunden vorbereiten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

10.00-12.00 fabrik Potsdam, Café
Arbeitsforum V: Qualifikation und Weiterbildung
Mit dem Fokus auf Qualifizierung und Weiterbildung stehen Fragen zu den weiteren Ausgaben der Akademie im Mittelpunkt: Welche Bedarfe haben sich in den vergangenen Tagen konkretisiert? Was braucht es für die Arbeit in der Zukunft? Welche Infrastruktur ist dafür erforderlich? In welchen Bereichen der Qualifizierung wären Angebote wünschenswert? Was bedeutet das für die weitere Gestaltung von »ON THE ROAD« und welche Impulse sind für die Landesverbände entstanden?
Moderation: Anne Schneider, Sabine Gehm

 

 

Branchentreff Berlin
16.00 Uhr HAU Hebbel am Ufer in Berlin
How to Branchentreff
Im Anschluss an die Akademie in Potsdam findet vom 19. bis 21. Oktober in Berlin der Branchentreff des Performing Arts Programm statt. Das jährliche Treffen bietet Akteur*innen der freien darstellenden Künste ein Forum, sich über aktuelle Themen und Fragestellungen auszutauschen und zu diskutieren, Wissen zu teilen und Synergien zu erzeugen, neue KooperationspartnerInnen zu finden, Netzwerke zu bilden oder zu vertiefen.
Für diejenigen, die zum ersten Mal am Branchentreffen teilnehmen wollen, gibt Julian Kamphausen, der Leiter des Branchentreffens, vor dem offziellen Beginn um 17 Uhr, eine Einführung in die Möglichkeiten und Chancen dieses Treffens.

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